Sonne pur in la Mauricie
Mein Sturz vom Vortag hatte leichte Folgen. Schon beim Aufstehen spürte ich einen stechenden Schmerz sobald ich das Knie belastet oder gedreht habe… Ricardo lag noch in den Federn und ich hab versucht möglichst leise das Frühstück zu machen. Es blieb bei einem Versuch, schon nach weniger als 10 Minuten wurde von hinten rechts ein Kaffee geordert!
Ein Blick nach draußen zeigte bereits blauen Himmel (die Sonne war noch am Aufgehen…), und somit war klar, dass wir auf jeden Fall wieder zum Nationalpark fahren. Die Reiseapotheke ist gut ausgestattet, da findet sich auch was fürs Knie! By the way: die Deep Blue ist dabei und fast jeden Tag im Einsatz. Mir tuts gut und Ricardo liebt den Duft nach Wellness. So ging’s mir beim Camino, da hat Biggi jeden Tag geschmiert und damit nicht nur ihr Schmerzen, sondern auch unliebsame Gerüche eliminiert 😉
Heute waren wir schon recht früh dran und auf dem Parkplatz der Information noch nicht mal die Hälfte los wie am Vortag. Ricardo hat sich nach „behindertengerechten“ Trails erkundet und der nette Guide hat uns zwei Spots und zwei kürzere Trails empfohlen. Es war superschön die 50 Kilometer quer durch den Park zu fahren, ganz gechillt sind wir zum ersten Aussichtspunkt geschunkelt. Der Ausblick war phänomenal!



Beim 2. Spot gabs nur nen kleinen Parkplatz an der Straße, der bereits voll war und wir mit unserer Kiste keinen Platz mehr hatten. Sind dann direkt weiter zum Anfang der Trails. Nach 1,5 Kilometer mussten wir uns entscheiden, ob wir den kurzen mit 2 oder den längeren mit 7 Kilometern machen. Es war so traumhaft schönes Wetter, dass wir den größeren gelaufen sind, mit der Tablette war’s auch gut machbar.



Als ich dann die Treppen gesehen habe, war klar, dass auch ein kurzer Trip anstrengend sein kann. Biggi weiß, Treppen aufwärts sind mein Endgegner 🙈 Nach der Hälfte brauchte ich ein kurzes Päuschen….


Der restliche Weg durch den Wald war toll und wir bekamen wieder wunderschöne Eindrücke. Ich weiß, schon wieder bunte Blätter, aber wenn man hier ist und es erlebt so ist es jedesmal wieder unbeschreiblich und überwältigend. Ähnlich, wie wenn Andrea in Namibia die 100. Giraffe sieht, die mindestens genauso toll ist wie die erste 😉


Auf der Hälfte haben wir einen Stein belegt (zum Leidwesen einiger Kids, die gerne darauf rumgeklettert wären) und haben bei toller Aussicht unser mitgebrachtes Bier und Brote genossen.




Fast zurück haben wir wieder die Hannoveraner vom Vortag getroffen und haben ein bisschen geplaudert. Die hatten den gleichen Vermieter und haben direkt hinter uns geparkt.

Gegen 15 Uhr waren wir wieder am Campingplatz und haben am See die Sonne und ein Bier genossen.

Ein letztes Mal Barbecue stand auf dem Plan, die kommenden Tage sind entweder Wetterbedingt oder aufgrund Stadtnähe nicht mehr dafür vorgesehen. Ricardo hat wie immer das Feuer angeworfen und ich hab mich um den Rest gekümmert. Nach dem sensationellen Abendessen sind wir mit Whiskey bewaffnet an die Feuerstelle zurück. Wir hatten noch soviel Holz, das wollte noch verbraucht werden. Außerdem war es total windstill und echt angenehm am Feuer zu sitzen. Zudem hatten wir fast kein Gas mehr, weswegen die Heizung im Camper geschont werden musste.

Als das Feuer fast nur noch aus Glut bestand sind wir zurück in unser Schneckenhaus und direkt ins Bett geschlüpft. Heute Nacht keine Heizung und bei 5 Grad Außentemperatur kühlt das Ding ganz schön aus.
Eng aneinandergekuschelt haben wir uns für die wohl kälteste Nacht unseres Lebens gewappnet. Hoffentlich bekommen wir morgen irgendwo wieder Gas! Da Thanksgiving auch in Kanada ein Feiertag ist wird’s wohl spannend und die kommenden 2 Nächte haben wir einen Campground mit nix! Heißt, kein Strom, kein Wasser, kein Nix. Einfach nur Wald und Feuerstelle. Aber morgen soll’s den ganzen Tag und Nacht regnen also fällt Feuer aus…
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