Verspäteter Honeymoon

Am Mittwoch ging’s endlich los. Etwas mehr als 5 Jahre nach unserer Hochzeit, hat uns Udo (der mich schon bei der Hochzeit mit „Christine“, so hieß der heiße Schlitten, zur Feier gefahren hat), zum Flughafen geshuttelt.

Ricardo hat am letzten Tag vor unserer Abreise noch ein Upgrade ergattert und so sind wir völlig entspannt und relaxed nach 8 Stunden Flug (mit Ringelsocken, Ringeldecke, Ringelschlafmaske… Condor-Style eben) in Toronto gelandet.

Die Augen hatten auch einen Ringelstyle, ähnlich wie Kah, die Schlange im Dschungelbuch, das lag aber eher an den Gin Tonics 😉

Da wir ja gegen die Zeit geflogen sind, waren wir zwar deutscher Zeit um 1 Uhr Nachts im Hotel, aber Ortszeit erst 19 Uhr. Heißt, nochmal alle Kräfte sammeln und ab an die Hotelbar! Wirklich lange haben wir es nicht mehr ausgehalten, um 20:30 Uhr lagen wir in unseren Betten (typisch USA bzw. Kanada, Doppelzimmer gleich 2 Kingsizebetten) und in Anbetracht dessen, dass wir im Camper wohl eher eng liegen, haben wir beide Betten genutzt! Ich muss zugeben, so wirklich entspannen konnte ich nicht, zu groß war die Aufregung, dass ich uns mit der „Nussschale“ durch Ostkanada schaukeln muss. Ricardo hat ja seinen Führerschein bei der bayerischen Bußgeldstelle hinterlegt (nicht, dass er verloren geht 🙈).

Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Dennys sind wir mit dem Taxi zur Vermietstation und haben unser Zuhause für die kommenden 2 Wochen in Empfang genommen.

Die Taschen waren schnell ausgepackt und verstaut. Habe meinen Sitz und die Spiegel eingestellt, aber irgendwie saß ich noch zu tief. Auf Nachfrage beim Vermieter, ob ich die Höhe verstellen kann, kam die Antwort „so sorry, no. Maybe a pillow?“ Ja soweit kommt’s noch, das geht auch so! Ganz vorsichtig hab ich unser Schneckenhaus, so hat Ricardo liebevoll unser Kurzzeitzuhause getauft, auf die Straße manövriert und mich langsam an die Ausmaße gewöhnt. Ging eigentlich ganz gut und so sind wir Richtung Niagarafälle gefahren. Bevor wir unseren ersten Campground angesteuert haben, mussten wir im Supermarkt und Liquor Shop erstmal unseren gähnend leeren Kühlschrank füttern!

Brot, Butter, Käse, Steak, Wasser, Bier, Wein u.v.m. Fast ein Monatsgehalt (von mir) ärmer (Kanada ist für einen Schwaben echt ne Härteprobe!) haben wir unseren Campground bezogen und das erste „Anlegebier“ genossen. Das ist so ein Ding vom Motorboot, angelegt, egal wann und wo, ein Anlegebier ist Pflicht!

Zum Abhängen wars noch zu früh und so sind wir mit dem Bus noch Richtung Niagara Falls. Dort angekommen gibt es keine Worte! Von der Ferne zwar wunderschön, aber gefühlt viel kleiner als gedacht. Mit jedem Schritt näher zur Kante bekommt man ein Gefühl für die Kraft und Energie des Wassers. Es ist unglaublich, absolut atemberaubend, unbeschreiblich! Man muss selbst an der Kante stehen um es zu fühlen!

Völlig beseelt sind wir wieder Richtung Stadt, denn der Hunger begleitet uns schon mehrere Stunden. In einem Lokal namens „Outback“ haben wir ein Steak (49 CAD) und eine Dose Bier (11 CAD) wirklich genossen.

Auf der Rechnung kam dann noch eine Special Niagara Falls Steuer und die übliche Umsatzsteuer hinzu. Ich erwähne das nun wirklich ein letztes Mal, es ist hier „schweineteuer“ und mein Schwabenherz blutet! Aber ich habe Ricardo versprochen kein Wort mehr über die Preise zu verlieren, ändern kann ich es eh nicht und wir sind in Urlaub und nicht im Bootcamp! Sollte er ohne mich zurückkommen, habe ich einmal zuviel über die Preise gejammert 🙈

Mit dem Uber sind wir um 20 Uhr zurück zum Campingplatz. Der Fahrer war etwas irritiert, dass wir uns das Feuerwerk über den Falls entgehen lassen (jeden Abend um 22 Uhr, für die Umwelt nicht so prickelnd….) aber der Jetlag hat uns noch in seinen Fängen. Außerdem freuen wir uns schon auf das Kuschelbett in unserem Schneckenhaus ☺️

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